Meine Pipi-Geschichten:
In seinem Zirkusbuch läßt der Syrische Autor Rafik Schami ”Furzgeschichten” erzählen …
für mich der Grund,
meine Pipi-Geschichten zu „Papier“ zu bringen.

Man ”muß” meistens dann ganz nötig, wenn es am wenigsten paßt.
Ich verbinde damit teils witzige und teils denkwürdige Erlebnisse.
Viel Spaß beim Lesen,
Hannsel

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Am Bismarckdenkmal

Mit meinem Schulfreund Viktor bin ich Anfang der Fünfziger durch Schleswig-Holstein geradelt. Auf dem Rückweg, wir kamen  aus Brunsbüttelkoog,
mußten wir notgedrungen durch Hamburg. Konnte man in Gottes freier Natur überall und schnell mal ”wo hin”, so war es hier schon peinlicher! Das rettende Örtchen fanden wir am Millerntor.
Ein richtiges nostalgisches Pissoir. Mit freier Sicht auf die Umgebung stand man an der Wand und ließ unter anderem seinen Blick schweifen…
Und was sah ich? …den ollen Bismarck!
Schnell hatte ich meine Agfa Clack aus der grünen Plastik-Bereitschaftstasche genestelt
und habe so mein schönstes Latrinen-Perspektive-Bismarck-Foto geschossen.

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Tante Gatchen

Nach der Ausbombung in Hamburg wohnten wir in der  Plattenshaussiedlung auf dem Spakenberg. Nach 1945 mußte Tante Gathchen mit ihren drei Töchtern vor den Russen aus Marienwerder/Westpreußen fliehen. Wegen des Hamburger Brandes hatte man sie hierher evakuiert. Sie fanden fürs erste bei uns im Plattenhaus Unterschlupf. Drei Erwachsene: Oma, meine Mutter, ( mein Vater war noch in Englischer Gefangenschaft ), Tante Gathchen (Agathe Lange geb. Wright, eine Schwester meiner Mutter). Und sechs Kinder: die Cousinen Edith, Christel, Monika. Und wir drei Jungen: Peter, Hannsel und Gustav.
Genügend Geschirr gab es nicht, also wurden wir in Schichten abgefüttert.
Doch auch das wenige Geschirr muß dann wieder abgewaschen werden. Die braune Emailleschüssel mit dem heißen Wasser kam auf den Küchentisch ( er war Arbeits-,Wohnzimmer-,Schularbeitstisch… alles zur gleichen Zeit.)
Kaum hatte dann Tante Gathchen den ersten Teller ins Wasser getaucht, fing sie an zu wimmern, mit hoher Stimme und zusammen gepreßten Lippen. Sie knickte ein Knie ein und mit dem anderen  Bein ”fuhr sie Rad”. Immer abwechselnd, bis sie es gar nicht mehr aushielt und aufs Plumpsklo verschwand.
Meine Mutter konnte sich darüber immer schrecklich aufregen… geändert hat sich meine Tante Gathchen aber nie.

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Auf dem Münchner Oktoberfest 1998


Die Sache war in die Hose gegangen und das war so gekommen.
Silke wollte uns ”ihr” München zeigen und da war es selbstverständlich, daß wir auf die Wies’n gehen mußten… zumal es war Oktoberfest!
Schönes Wetter, ein knuspriges Hendel und ein zünftiges Maß Münchner Hofbräu. Eine Gaudi!
Ja und nun München von oben mit dem Riesenrad. Eine lange Schlange vor der Kasse  und eigentlich müßte ich schon mal wo hin. Schöner Ausblick über das bunte Treiben auf der Wies’n und die Türme der Frauenkirche sieht man auch.
Aber nun müßte ich doch schon dringelig. Das haben viele ”Maß-volle” Mannsbilder auch vor. Immer den blauen Schildern nach und endlich… als Zehnter in der Reihe nun doch am Becken und die elende grüne Jeans öffnet sich nicht.
Der Knopf will nicht durch das Loch und mir laufen kalte Schauer den Rücken herunter und nun… egal! Meine Beine werden heiß und feucht und die Jeans färbt sich dunkel grün und ich mich im schamvollen Purpurrot!
…und dann das Gelächter meiner beiden Frauen! Silke hat die Hose zu Hause gleich in die Waschmaschine gesteckt, obwohl, sie war inzwischen schon wieder getrocknet.

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Entweihung?

Urlaub in Griechenland auf der schönen Insel Skiathos. Wir haben eine Tagesfahrt nach Thessalonien auf dem Griechischen Festland gebucht. Die Bergklöster Meteoras sind unser Ziel. Schon auf dem Schiff fällt mir ein junges Paar auf. Er fummelt an seiner umfangreichen Fotoausrüstung herum und sie hält das Gesicht in die strahlende Sonne der Ägäis.
Bei einem Bus-Stop kommt Ingrid mit ihr ins Gespräch, weil man auf mich warten muß. Ich war in Sachen Foto aufgehalten worden. ”Das kenne ich von meinem Mann auch, der ist auch immer der Letzte, weil er unbedingt noch irgendeinen ganz tollen Ausblick oder eine seltene Blume knipsen muß!”
Wir besichtigen das Kloster Agion Stefanou. Die Klöster kleben wie Schwalbennester an den Monolithen hoch über der Thessalonischen Ebene. Eindrucksvoll und faszinierend, man kann sich kaum sattsehen und von diesen wundervollen Ausblicken lösen, wenn da nicht…
…das leidige Problem mit dem ”Müssen” wäre! Nun, ich habe dann doch noch im ehemaligen Kräutergarten des Klosters eine stille Ecke gefunden, weitab von den Bustouristen und erleichtert streife ich durchs Gelände und treffe nun schon zum dritten Mal den jungen Foto-Fan. Er ist offensichtlich in arger Bedrängnis. Auf meine Frage, was er denn suche, meint er: ein Klo! Offenbar gibt es doch noch mehr Hobbyfotografen mit kleinen Blasen.
Ich gebe ihm natürlich den Tip mit dem stillen Winkel der Klosterbrüder… und dieses Mal mußte der Bus auf zwei Nachzügler warten.
Gleiches Hobby verbindet!

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Das Bergdorf Manolates


Das Bergdorf Manolates hoch über dem ”Tal der Nachtigallen” auf der grünen Griechischen Insel Samos war unser Wanderziel.
Zwischen Platanen und Sträuchern begleitet uns ein munter plätschernder Bach. Ja, wenn das Plätschern nicht wäre! Also schlage ich mich in die Büsche… und rümpfe die Nase ob des penetranten, fauligen Gestanks in diesem Gebüsch. Doch dann erblicke ich die natürliche Ursache dieser Duftbelästigung: eine riesige Pflanze. Ein weinroter, der bekannten Calla ähnlichen Kelch mit einem gleichfalls  weinroten Blütenstempel, der wohl 60-70 cm lang emporragt. Es ist, wie ich später nachlese: die Drachenwurz, ein mediteranes Aaronstabgewächs, mit Lateinischem Namen: Dracunculus vulgare, eine gewöhnliche Schlangenwurz. Mit ihrem fauligen Geruch lockt sie Insekten an… und mich, um sie auf den Film zu bannen.
Oben, in einem kleinen Kafenion auf einer Wein umrankten, lauschigen Terrasse saßen wir auf wackeligen Holzstühlen und ließen uns den, einzeln hergestellten, Griechischen Salat und eine halbe Flasche Hauswein munden.
…und diese halbe Flasche Wein und der noch immer fröhlich plätschernde Bach auf dem Rückweg zur Bushaltestelle, läßt mich wieder in die Büsche schlagen. Wieder mache ich eine aufregende Entdeckung. Ich bin noch damit beschäftigt meinem Bedrängnis freien Lauf zu lassen, als sich eine Libelle auf einem Blatt genau vor mir nieder läßt.
Leise, ganz leise fingere ich den Fotoapparat aus der umständlichen Bereitchaftstasche. Jetzt das Tele aufschrauben, noch sitzt die Libelle mit flirrenden Flügeln vor mir. Nun hält sie ganz still und gerade ist das Foto im Kasten, sirrt sie, eine Ehrenrunde schraubend, auf und davon. Zwei schöne Urlaubsbilder, die Schlangenwurz und die Prachtlibelle, weil der flinkplätschernde Bergbach mich vom rechten Weg abgebracht hat.

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Auf der Marienburg in Polen

Ein großes Problem ist auf langen Busreisen das Pipi-Thema. Darum nun zum guten Schluß:

Auf der Marienburg, 1999 in Polen, auf der Konzertreise mit dem Posaunenchor nach Masuren.
Die Besichtigung zog sich in die Länge, musste doch auch noch das Bernsteinmuseum besucht werden und viel zu fotografieren gab es auch.
Zum Mittag hatte ich dummer Weise auch noch ein großes Bier getrunken. Endlich fand ich ein Hinweis auf die Toiletten.
Auf halben Weg kam mir Rolf  lachend entgegen: ”Da kannst du jetzt nicht hin, eine Schulklasse, ca. 45 kleine Jungen sind noch vor dir dran!!!”
Ich konnte gar nicht darüber lachen und leichter wurde es mir erst, als wir am Ufer der Nogat standen und neben sonstigen Erledigungen die Marienburg der Deutschen Ordensritter
von ihrer fotogenen Seite auf den Film bannten.


Ja, hiermit soll’s  SLUT sein. Ich werde demnächst meine „Turmgeschichten“ veröffentlichen und freue mich auf Eure Kommentare, und gehe jetzt schnell mal „wohin“ 🙂
Es grüßt herzlich, Hannsel

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